Mit dem Blick einer Malerin - Wortspuren

Barbaras-Art

Mit dem Blick einer Malerin

Wortspuren


Manchmal braucht es kein grosses Bild.

Manchmal genügt ein einziges Wort.

 

Vor einiger Zeit begann ich, kleine Karten im Format 9 × 9 Zentimeter zu gestalten. Ein paar Blumen. Ein Vogel. Eine einfache Landschaft. Nichts Grosses. Nichts, das viele Stunden Arbeit verlangte.

Einfach kleine Momente auf Papier.

 

Lange wusste ich nicht, was ihnen noch fehlte.

Bis irgendwann ein einziges Wort dazu kam.

 

Nicht als Erklärung.

Nicht als Titel.

Sondern als leise Begleitung.

 

Ankommen.

Weite.

Vertrauen.

Leichtigkeit.


Plötzlich war da etwas Neues entstanden.

 

Nicht das Bild erzählte dem Wort seine Geschichte.

Und auch nicht das Wort erklärte das Bild.

 

Beide lassen Raum.

Raum für eigene Gedanken.

Raum für Erinnerungen.

Raum für das, was jeder Mensch selbst darin entdecken möchte.

 

Vielleicht berühren mich diese kleinen Karten gerade deshalb so sehr.

Sie möchten nichts beweisen.

Sie möchten niemanden überzeugen.

 

Sie erinnern nur daran, dass manchmal ein einziges Wort genügt, um etwas in Bewegung zu bringen.

Als Beraterin erlebe ich immer wieder, wie ein Satz einen Menschen verändern kann.

 

Als Malerin erlebe ich immer wieder, dass manchmal sogar ein einziges Wort reicht.

 

Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich sie Wortspuren nenne.

 

Eine Spur drängt sich nicht auf.

Sie zeigt nur, dass jemand diesen Weg einmal gegangen ist.

 

Und vielleicht begegnet genau diese Spur einem anderen Menschen zur richtigen Zeit.

Mehr braucht es manchmal nicht.

 

Bis nächsten Samstag – mit dem Blick einer Malerin.